Viele Wege führen zu den Kunden – welchen gehen Apple, Google und Microsoft bei ihren Smartphones?

Apple setzt auf den Kultstatus

Bei Apple dreht sich viel um den Kult um die Marke: Kunden (vor allem junge) verbringen mit oder ohne Schlafsäcke ganze Tage und Nächte vor den Apple-Stores, nur um unter den ersten zu sein, die das neue iPhone/iPad/iPod in den Händen halten. Beim Thema Markenbildung und Kundenbindung hat Apple also alles richtig gemacht. Apple setzte von Anfang an stark auf drei Dinge: Einheit, Optik und Innovation. Nicht umsonst gibt es die Apple Stores, die mehr zu bieten haben als nur das Einkaufserlebnis. Hier treffen sich Apple-Freaks, um sich auszutauschen – der Laden wird zum Treffpunkt. Besser kann man die Kunden nicht dazu verführen, immer wieder einzukaufen. Außerdem bietet Apple vollständige Lösungen, einheitliche und einfache Anwendung – allerdings mit dem Nachteil, dass Nicht-Apple-Produkte weitgehend außen vor bleiben. Und Apple setzt in Punkto Design und Innovationen Maßstäbe – so viel kann man ohne Neid sagen. All das macht Apple zu einer starken Marke, die bei den Kunden auch so wahrgenommen wird. Einmal Apple, immer Apple.

Microsoft eher was für die älteren

Während Apple vor allem bei den jungen, hippen punktet, lockt Microsoft überwiegend die älteren Semester an. Ein Vergleich der Besucherstatistiken auf beiden Webseiten bestätigt diese Annahme. Die jungen Kunden bei Apple sind es denn auch, die wichtige Werbeträger sind: sie verbreiten ihre Lobreden in Blogs, Twitter, Facebook und machen damit kostenlose Werbung für das Produkt, die die Massen erreicht. Von diesem jungen Kuchen will Microsoft nun auch ein Stückchen ab haben und setzt mit dem Windows Phone 7 auf frisches Design, den Verzicht auf ein Telefonbuch und stattdessen die Einführung der „People Hub“ und die enge Verbindung mit der Xbox Live durch den Live-Hub oder den Xbox Companion. Beim Spiel „Full House Poker“ z. B., bei dem sich alles ums Pokern dreht, werden beide Plattformen miteinander synchronisiert. So sind Spielstände, Punkte, Erfahrung und auch der Avatar auf beiden Geräten immer auf dem aktuellsten Stand. Den Durchbruch hat das WP 7 aber offenbar noch nicht geschafft, selbst der Einzelhandel verweist Kunden leider lieber auf iPhone oder Android.

Google auf der Ăśberholspur

Als Google ins Handygeschäft einstieg war es von Anfang an spannend. Jeder wollte wissen, wie es wohl aussehen wird, das eigene Betriebssystem. Anders als bei Microsoft hielt sich die Häme im Vorfeld eher in Grenzen. Man wusste, wozu Google fähig ist und traute dem Unternehmen wohl mehr zu als später Microsoft. Als es dann endlich so weit war, waren viele begeistert. Schnell entwickelte sich Android ebenfalls zum Kult. Was die Kundenzufriedenheit angeht, konnte Google schnell zu Apple aufschließen und schließlich überholen. Der Grund dafür: die Geräte, die mit Android laufen, sind auch für Leute mit geringem Einkommen erschwinglich. Man muss keine 500 Euro für ein ordentliches Smartphone bezahlen, sondern bekommt Android auch schon für weniger Geld. Und dann gibt es da natürlich noch all jene, die grundsätzlich (ob gerechtfertigt oder nicht) nichts mit Apple am Hut haben wollen: sie bestritten zu Beginn von Android einen Großteil der Kunden – und wurden überzeugt.

Bildquelle: redmondpie.com.